Jahresarbeitszeit für Lehrkräfte berechnen

„Wie viel muss ich eigentlich arbeiten?“ ist unter Lehrkräften erstaunlich schwer zu beantworten. Das Deputat sagt nur, wie viele Stunden du unterrichtest — nicht, wie lange du arbeitest. Diese Seite zeigt die Rechnung, mit der sich ein Schuljahr in Stunden übersetzen lässt, und wo sie an ihre Grenzen stößt.

Warum das Deputat nicht die Arbeitszeit ist

Lehrkräfte sind Beamtinnen und Beamte oder Angestellte mit einer regelmäßigen Wochenarbeitszeit von etwa 40 Stunden — genau wie in der übrigen Verwaltung. Gesteuert wird ihre Arbeit aber über das Deputat, also die Zahl der wöchentlichen Pflichtstunden im Unterricht. Je nach Bundesland und Schulart liegt es meist zwischen 23 und 28 Stunden.

Der Rest der 40 Stunden ist nicht etwa frei, sondern für alles andere vorgesehen: Vorbereitung, Korrektur, Konferenzen, Elternarbeit, Verwaltung. Als Faustregel wird angenommen, dass der Unterricht rund 35 bis 45 Prozent der tatsächlichen Arbeitszeit ausmacht. Zweitens wird die Arbeitszeit über Schulwochen und Ferien gemittelt: Die Ferien sind kein Urlaub im arbeitsrechtlichen Sinne, sondern die rechnerische Gegenbuchung für längere Arbeitswochen während des Schuljahres.

Aus beidem folgt: Wer wissen will, ob er zu viel arbeitet, braucht eine Zahl für das ganze Jahr — nicht für die Woche.

Die Rechnung Schritt für Schritt

Ein Schuljahr läuft vom 1. August bis zum 31. Juli. Die Jahresarbeitszeit ergibt sich, indem man von allen Wochentagen die Urlaubstage und die gesetzlichen Feiertage abzieht:

Wochentage im Schuljahr (Mo–Fr)261 Tage
Wochenarbeitszeit einer vollen Stelle40 h
daraus Stunden pro Arbeitstag8 h
= Bruttoarbeitsstunden (261 × 8)2.088 h
− Urlaubstage (30 × 8)240 h
− gesetzliche Feiertage (11 × 8)88 h
= Soll-Arbeitsstunden im Schuljahr1.760 h

Rund 1.760 Stunden also für eine volle Stelle. Die Zahl schwankt je nach Bundesland leicht, weil die Zahl der gesetzlichen Feiertage zwischen zehn und dreizehn liegt und weil nicht jeder Feiertag auf einen Wochentag fällt. Als Größenordnung ist sie belastbar; verschiedene Länder kommen mit eigenen Berechnungswegen auf ähnliche Werte im Bereich um 1.760 bis 1.770 Stunden.

Teilzeit: einfach anteilig

Bei reduziertem Deputat skaliert die Jahresarbeitszeit mit dem Beschäftigungsumfang. Der ergibt sich aus deinem Deputat geteilt durch das volle Pflichtstundenmaß deiner Schulart:

Wichtig ist, mit dem richtigen Nenner zu rechnen: Das volle Deputat unterscheidet sich zwischen Grundschule, Sekundarstufe und Gymnasium und zwischen den Bundesländern deutlich. Wer sein eigenes Pflichtstundenmaß nicht sicher weiß, findet es in der Arbeitszeitverordnung des Landes oder erfährt es in der Schulleitung.

Rechne es mit deinen eigenen Zahlen durch

Auf der Seite zum Lehrer Arbeitszeit Tracker steht ein Rechner, in dem du Deputat, volles Pflichtstundenmaß und deine geschätzte Wochenarbeitszeit einstellst. Er stellt dein Jahres-Soll deiner Hochrechnung gegenüber und zeigt die Differenz in Stunden und in Arbeitstagen.

Zum Jahresarbeitszeit-Rechner →

Was diese Rechnung nicht kann

Sie ist eine Orientierung, kein Bescheid. Drei Einschränkungen solltest du kennen:

Für die Frage, um die es den meisten geht — arbeite ich mehr als vorgesehen, und wenn ja, wie viel — reicht sie trotzdem völlig aus.

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Häufige Fragen

Wie viele Stunden hat das Schuljahr einer Lehrkraft?

Für eine volle Stelle rund 1.760 Stunden. Die Rechnung: 261 Wochentage vom 1. August bis 31. Juli mal 8 Stunden ergibt 2.088 Bruttoarbeitsstunden; davon gehen 30 Urlaubstage (240 Stunden) und etwa 11 gesetzliche Feiertage (88 Stunden) ab. Je nach Bundesland schwankt der Wert leicht, weil die Zahl der Feiertage zwischen zehn und dreizehn liegt.

Wie berechne ich meine Jahresarbeitszeit bei Teilzeit?

Teile dein Deputat durch das volle Pflichtstundenmaß deiner Schulart und multipliziere das Jahres-Soll damit. Bei 20 von 25 Stunden sind das 80 Prozent, also rund 1.408 Stunden im Schuljahr. Achte darauf, das richtige volle Deputat zu verwenden — es unterscheidet sich zwischen Schularten und Bundesländern.

Sind die Ferien Urlaub?

Nein. Von den etwa zwölf Ferienwochen sind nur 30 Tage tatsächlich Urlaub. Die übrigen Ferienzeiten sind rechnerisch der Ausgleich dafür, dass die Arbeitswochen während des Schuljahres deutlich länger als 40 Stunden sind. Deshalb wird die Arbeitszeit von Lehrkräften über das ganze Jahr gemittelt.

Wie viel Prozent der Arbeitszeit ist Unterricht?

Als Faustregel wird angenommen, dass die reine Unterrichtszeit etwa 35 bis 45 Prozent der tatsächlichen Arbeitszeit ausmacht. Der größere Teil entfällt auf Vorbereitung, Korrekturen, Konferenzen, Elternarbeit und Verwaltung.